Zwei Jahre haben wir gespart! Um auf eine Weltreise zu gehen!

Mit einem Frachter (Kalinofski aus Polen) schipperten wir 6 Wochen über Bilbao, Dschidda, Dubai (Kuhkaff), Kuwait nach Karatschi. Mit Polen auf dem Schiff trinken ist hart, danach war ich froh in Pakistan zu sein und für Wochen keinen Alkohol zu trinken. Das Moped vom Schiff zu bringen hat auch an den Nerven gezehrt, ich wollte nach 2 Monaten warten endlich fahren.
Es muß gesagt sein von August bis November sind wir bei Hitze um 40 – 50 Grad immer in einen Föhn gefahren, was mich mit Linksverkehr, Truckern, Kühen schon deutlich geschlaucht hat, normal Wasserlassen konnten wir erst nach 5 Wochen, wollten schon heimfliegen. Das Campa Cola und die süssen Limos schlauchten meine Magensäfte doch deutlich, und wenn man in die Töpfe bei den Truckstops schaute wurde es nicht besser, und die Schärfe tat ihren Rest.
Ich hatte mich geistig nicht auf Pakistan und Indien eingestellt, sollte auch lange dauern.
Von Karachi nach Lahore fuhren wir auf dem Highway Nr1, und mit Angi redete keiner mehr, ich mußte alles kommunizieren, die Moslems halt, erst in Lahore waren wir in einem Hostel Frauen geführt, die redeten nicht mit mir.
Mit dem Kaschmir Problem ist die Grenze nach Indien nur 2 x im Monat im Konvoi zu befahren, es war der längste Tag in meinem Leben auf dem Motorrad ohne Ausweis die bekamen wir um 4 Uhr in der früh wieder. Mit dieser ganzen Hektik haben wir uns leider den Norden von Pakistan und Amritsar nicht angeschaut, stinkt mir heute noch.
In Delhi verbrachten wir eine Woche auf dem Touristcamp, aklimatisierten uns und schauten die Stadt an.
Zu Agra braucht man nichts sagen, als einfach schön!
In Fatehpur Sikri, der große Akbar ließ sie bauen, stellten aber dann fest sie hatten zu wenig Wasser, nun ist es eine Geisterstadt.
Im Bundesstaat Rajasthan reiht sich ein Mogul Palast an den anderen, eine Pracht sondergleichen man kann sich gar nicht satt schauen. In Pushkar schliefen wir in einem Maharadscha Palast, dort ist der jährliche Kamelmarkt da kommen sie von 500 km Entfernung her, aber wir hätten 2 Monate warten müssen, ein schöner kleiner heiliger Ort mit einem See, haben uns dort wohlgefühlt.
Der lange Weg nach Poona  machte uns zu schaffen die Trucks sparten nicht mit Auspuffdreck.
Sie liegt auf 600 Höhenmeter und es ist das erste mal in der Nacht angenehm.
Ich wollte mir den Ashram anschauen, hatte viele Freunde an den Bhagwan verloren, war aber ein Reinfall.
Eintritt und alles akklimatisiert, hat überhaupt nichts mit Indien zu tun gehabt.
In Goa machten wir 2 Wochen Urlaub, konnten auf den kleinen Hockern auch nicht mehr sitzen. Wie gesagt der Allerwerteste.
Schlafen, mit anderen Reisenden ratschen und Fisch essen war super.
So lange brauchte ich, um mich an das Essen zu gewöhnen!
Über die Jog-Wasserfälle fuhren wir immer an der Küste nach Chocin, schöne chinesische Fischernetze und Vasco de Gamma der erste Portugiese ist dort in einer christlichen Kirche begraben. In dem Periyar Nationalpark versuchten wir unser Glück Löwen zu sehen, aber ausser Elefanten war nichts, war aber ein schöner Tag.
In Madurai fanden wir die ersten schönen Hindu Tempel, (Moslems haben früher viele zerstört) in so einem Tempel kann man gar nicht alles erfassen, so geräuchert und gebimmelt wird dort. Ein Palast auch nachts  beleuchtet, den wir vom Hotel aus fotografiert haben, aber nur Mittwoch`s, also eine Woche warten, haben wir nicht gemacht.
In Thanjavur wurde ich in einer wunderschönen Tempelanlage von einem Elefanten auf indisch gesegnet, und wir hatten das erste mal Thali auf dem Bananenblatt,
das Blatt wird auf den Tisch gelegt Wasser darauf geschüttet und vom Ober mit der Hand abgewischt, Reis und drei verschiedene Soßen mit Chabati fertig.
In Mamallapuram machten wir noch ein mal Urlaub zum erholen
In Madras brachten wir unser Moped auf das Schiff nachThailand.
Das Problem war ich bekam meinen Ausweis erst wenn das Schiff ausserhalb der Hoheitsgewässer ist, und Angi ihre Kreditkarte wurde schon vorher geklaut, war Leichtsinn von uns (ist uns heimgeschickt worden ohne Rupien). Also lies ich ihn mir nach Kalkutta schicken, jung und blauäugig muß man sein!
Mit dem Zug sind wir 2 Tage nach Varansi am Ganges gefahren.
Diese Stadt ist der Wahnsinn, vorne ein Geldwechsler und dann geht man durch eine Bettlergasse viele alte Leute warten auf den Tod, die Verbrennung ist schon gezahlt, hier kommt man direkt ins Nirvana.
Die Ruderbootsfahrt am Morgen ist schon beeindruckend, im Wasser tote Babies, tote Kühe, Asche, Blumen und Abwasser aber so ist Indien.
In Sarnath ein wichtiges Pilgerziel für Buddhisten sahen wir auch einen Bodhi-Baum, dort sind mehrere Mönche erleuchtet worden.
In Varansi wurde ich zum Profi, die Bettler, Schlepper, Leprakranken und das Essen machte mir nichts mehr aus und konnte mit Indien locker umgehen.
In Kalkutta holten wir unseren Pass ab, und sagten zu dem Typen das wir froh sind diesen zu haben, der schaute uns ganz verwundert an, wir sind in Indien da funktioniert alles.
Und ich denke mir bloß, wie lange es dann immer dauert.
Nun stiegen wir nach 3 Monaten in ein Flugzeug nach Bangkok.

Dort sind wir in ein Taxi gestiegen, und haben uns in die berühmte Khao san road für Reisende fahren lassen.
Ein Kulturschock Blumipol wurde am nächsten Tag 60 (also heilig im Buddhismus) überall Feuerwerk und alles wieder sauber. Konnten uns wieder neue Klamotten kaufen, bloß Angi hat keine Schuhe bekommen mit der Größe 39. Eine neue Kamera wurde auch fällig.
Das Motorrad aus dem Zoll zu bringen, war damals unmöglich, und wir reisten mit den Bussen und sehr kleinen Gepäck weiter ( 2 kleine Rucksäcke )
Ansonsten schauten wir uns Bangkok incl. Nachtleben an, trafen einen dort lebenden Deutschen, der führte uns abseits von Touristen ein, war lustig und wir genossen es sehr.
Nach 10 Tagen kamen meine Eltern, die eine Schnellführung in Bangkok bekamen 1 Tag.
Schweinsbraten von Angi ihrer Mutter, Reifen und wichtig, Post war auch dabei.
Übrigens ohne Handy und mail fuhren wir in Indien in großen Städten auf das Postamt, dort lag immer Post von Familie und Freunden, das war dann immer auf der Treppe vor dem Eingang beim Lesen eine schöne Zeit, vielleicht auch ein bisschen wehmütig.

Dann flogen Sie weiter nach Phuket und wir kamen mit dem Bus nach.
Nun lebten wir die nächsten 14 Tage in reinem Luxus, 5 Sterne essen, baden und Sightseeing.
Aber alles hat ein Ende, und wir fuhren nach großer Verabschiedung,  über Nacht wieder nach Bangkok und verbrachten weitere 5 Tage dort.
Mit dem Bus ging es weiter nach Cihang Mai dort buchten wir eine Trekkingtour in den Norden Thailands an die Grenze zu Burma. 1. Tag wandern, 2. Tag wandern/Floß, 3. Tag wandern/ Elefantenritt.
Wir sahen das Volk Lisu und Karen,sie lebten noch ohne Strom und in der Nacht war es richtig dunkel, Opium Felder alle Leute dort sind bewaffnet. Ein Kiwi fing eine Schlange und es gab Schlangensuppe. War eine schöne Zeit und bin zum Schluß nur noch Barfuß gegangen, der erste Elefantenritt war auch super durch den Dschungel. Drogen aller Art standen auch zur Verfügung
Der Nachtmarkt in Cihang Mai war auch schön
Zurück in Bangkok machte mir mein Magen wieder richtig Schwierigkeiten und mein Vater hatte mir mit der Druckerei ins Gewissen geredet, ICH konnte mich nicht mehr motivieren weiter zu reisen, im Gegensatz zur Angi!

Daher mein Versprechen mit der Weltreise mit 55 Jahren, und wir flogen nach 7 Monaten wieder Heim

  • Abfahrt nach einem Familienfest und Tränen